Schutz von Kindern von Methadonpatienten: SPD bleibt halbherzig

Pressemitteilung, 03.08.2012

CDU fordert weitreichende Maßnahmen

Heute hat der Senat den Abschluss einer Kooperationsvereinbarung mit der Ärztekammer, der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg (KVH), den Trägern der Suchthilfe, den Bezirksämtern und den zuständigen Behörden zum Schutz der Kinder von Methadonpatienten bekannt gegeben. Demnach soll ein Austausch zwischen den Beteiligten erfolgen, sofern die Substitutionspatienten ihre behandelnden Ärzte von der Schweigepflicht entbinden.

Zu den Inhalten der Kooperationsvereinbarung erklärt Christoph de Vries, kinder- und jugendpolitische Sprecher der CDU-Fraktion:

„Der Abschluss dieser Kooperationsvereinbarung ist leider nur begrenzt tauglich, um Kinder, die in Haushalten von Methadonpatienten leben, wirksam zu schützen. Ein weiteres Mal ist die SPD in Hamburg halbherzig dabei, wenn es darum geht, dem Schutz der Kinder von Methadonpatienten absoluten Vorrang zu geben.

Es kann nicht sein, dass ein Austausch zwischen Ärzten und Jugendämtern nur dann möglich ist, wenn die Substituierten zustimmen, die Ärzte im Einzelfall von der Schweigepflicht zu entbinden. Die CDU fordert, dass die Entbindung der Schweigepflicht verpflichtend wird. Sie muss Voraussetzung dafür sein, damit eine Substitutionsbehandlung überhaupt erst zustande kommt.

Die jetzt getroffene Regelung ist realitätsfremd: In vielen Fällen stehen die behandelnden Ärzte lediglich mit ihren Patienten in Kontakt. Ob eine mögliche Gefährdung der Kinder besteht, können sie nicht unbedingt erkennen. Die umfassenden Haartests der Bremer Testreihen haben eindrucksvoll gezeigt, dass in fast zwei Drittel aller Fälle bei minderjährigen Kindern Drogensubstanzen im Körper nachgewiesen wurden. Die damit verbundenen Risiken in Bezug auf die Gesundheit aber auch hinsichtlich späterer Abhängigkeit der Kinder wurden zuvor durch die Ärzte fast nie erkannt. Deshalb erachten wir weiterhin flächendeckende Haartests bei Kindern vom Methadopatienten für unabdingbar, um Kindeswohlgefährdungen erkennen und ausschließen zu können.

Aus unserer Sicht muss der Tod der elfjährigen Chantal zum Anlass genommen werden, die Take-Home-Vergabe des Methadons an substituierte Eltern grundsätzlich auszuschließen, wenn minderjährige Kinder im Haushalt dieser Eltern leben.“

 CDU Bürgerschaftsfraktion Hamburg
Pressesprecherin Julia Wagner 

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