Rahmenvereinbarungen und das Leid mit der Umsetzung in die Praxis

Die RAHMENVEREINBARUNG zum Schutz von Kindern suchtkranker Eltern vor der Gefährdung des Kindeswohls zwischen der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung und der LIGA der Wohlfahrtspflege in Berlin soll die besonderen Anforderungen an das bei der Betreuung suchtbelasteter Familien beteiligte Helfernetz aufzeigen und zu einer Verbesserung der Kooperation beitragen. Das Papier zielt darauf ab, Kinder suchtkranker Eltern vor Gefährdungen zu schützen, möglichst bereits in der Schwangerschaft, und ihnen eine gesunde Entwicklung in einem stabilen Umfeld zu ermöglichen.

In Berlin ist von ca. 50.000 Kindern und Jugendlichen auszugehen, die in Familien leben, in denen Eltern(teile) eine Suchtproblematik haben. Viele dieser Kinder leiden unter Gewalt, Vernachlässigung und Außenseitertum. Außerdem sind sie stark gefährdet, später selbst Suchtprobleme oder andere psychische Störungen zu entwickeln. Die Analysen von Fällen, in denen Kinder zu Schaden gekommen sind, haben außerdem gezeigt, dass die betroffenen Familien alle Kontakt zu Hilfesystemen hatten. Durchweg war aber ein Mangel an Abstimmung und Kooperation zwischen den verschiedenen Fachkräften zu erkennen. Unklarheit besteht bei Fachkräften ferner dahingehend, welche Anzeichen darauf hinweisen, dass ein Einschreiten der Behörden zwingend wird. Wann muss gehandelt werden und wie soll gehandelt werden?

Mit der Rahmenvereinbarung soll deshalb im Sinne des Kinderschutzes ein verbindlicher Rahmen für die Kooperation und Koordination der Hilfen sowie eine Regelung der Verantwortlichkeiten im Umgang mit suchtkranken Eltern und ihren Kindern geschaffen werden. Die am Betreuungsprozess beteiligten Institutionen sollen für die Problemlagen von suchtkranken Eltern und ihren Kindern sensibilisiert werden.

Es stellt sich nun natürlich die Frage, ob sich die strukturellen und qualifikativen Defizite so schnell beheben lassen, wie manch betroffenes Kind Hilfe bräuchte und ob im Interesse der Schadensminimierung nicht doch die Unterbringung bei Pflegeeltern ohne Suchtproblematik vorzuziehen ist?

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