Haben abhängige Menschen keine Kinder?

Auszug aus den Anmerkungen des GVS anlässlich der Vorstellung der aktuellen „Rauschgiftlage“ durch die Bundesdrogenbeauftragte und das Bundeskriminalamt sowie der Vorstellung des „Jahrbuch Sucht 2016“ durch die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen

„Erstaunt bleibt festzustellen, dass die Kinder der von Suchtmittelmissbrauch oder -abhängigkeit betroffenen Eltern in der aktuellen Debatte keine Beachtung finden. Nach Angaben des Kölner Suchtforschers Michael Klein von der Katholischen Fachhochschule Nordrhein‐Westfalen leben 2,65 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren in Alkoholikerhaushalten. Bei rund 40.000 betroffenen Kindern konsumiert mindestens ein Elternteil illegale Drogen. Das Leid der Kinder wahrzunehmen und letztendlich auch in Zahlen abzubilden sowie in Folge dessen über geeignete Hilfsangebote immer wieder neu nachzudenken darf keinesfalls in Vergessenheit geraten. Einerseits aus Respekt und Würde gegenüber dem betroffenen Individuum und andererseits aus einem gesellschaftlichen Interesse – denn Kinder von Abhängigen haben ein sechsfach höheres Risiko später selbst süchtig zu werden. Darüber hinaus gilt es suchtkranke Eltern darin zu stärken, ihre Kompetenz und Verantwortung den Kindern gegenüber adäquat wahrnehmen zu können – denn auch Suchtkranke wollen gute Eltern sein. Kinder suchtkranker Eltern wünschen sich keine anderen Eltern – sie wünschen sich ihre Eltern nur anders. Öffentlichkeit, Politik und Suchthilfesystem gemeinsam sollte es gelingen, Eltern und Kinder in Veränderungs‐ und Behandlungsprozessen wahrzunehmen und zu unterstützen.“

(GVS PRESSEMITTEILUNG 5/2016)

Lesen Sie den Situationsbericht und die vollständigen Anmerkungen des GVS HIER.

 

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