„Abhängige Eltern wollen gute Eltern sein!“ – Ansätze zur Beratung suchtkranker Eltern

Interdisziplinäre Weiterbildung am 17. November 2017 in Berlin

Professionelles Handeln im Kontext suchtkranker Familien stellt hohe Ansprüche an das Helfer/innen System. Hierbei Ressourcen und Risiken zu erkennen, ist ein komplexer Auftrag.

Kinder, die in diesen Familien aufwachsen, haben nachweislich ein deutlich erhöhtes Risiko, selbst eine Sucht- oder psychische Erkrankung im Laufe ihres Lebens zu entwickeln. Sie brauchen deshalb verlässliche Hilfe und Strukturen, durch die sie stärkende und suchtpräventive Unterstützung erfahren. Auch suchtkranke Eltern benötigen Hilfe, um ihre Aufgaben als Eltern gut wahrnehmen zu können.

Familien mit Suchtproblemen, in denen minderjährige Kinder und Jugendliche leben, sind somit eine gemeinsame Zielgruppe für die Fachkräfte der Jugendhilfe und Suchthilfe. Die Risiken für die Kinder bleiben oft unerkannt, da die Suchtmittelabhängigkeit häufig den Charakter eines Familiengeheimnisses hat. Die Sucht steht zwar im Mittelpunkt der Familiengeschehnisse, wird aber gleichzeitig verharmlost, verschwiegen und tabuisiert. Innerhalb der Jugendhilfe steht/stehen das Kind/die Kinder im Fokus, während die Suchthilfe die Behandlung des Suchtproblems des Elternteils im Visier hat.

Eine gute Kooperation der Hilfsinstitutionen, gute Kenntnisse über den Arbeitsauftrag und die Handlungsmöglichkeiten der jeweils komplementären Einrichtung sind eine wesentliche Voraussetzung für eine gelingende Einzelfallhilfe im Setting „Familie“. Durch interdisziplinäre Schulungen (z.B. Jugend-, Erziehungs- und Suchthilfe) können Einblicke in die jeweils anderen Fachgebiete und Kontakte vermittelt werden und Kooperationspartner zu einer lernenden Organisation zusammenwachsen.

Dieses Bildungsangebot richtet sich an Fachkräfte der verschiedenen Disziplinen (Suchthilfe, Jugendhilfe, Familienhilfe, Schulen, Kitas etc.), die in der Beratung tätig oder mit beratenden Aufgaben konfrontiert sind und soll auf die Arbeit mit suchtkranken Familien vorbereiten und Handlungssicherheit vermitteln.

Informationen und Anmeldung unter www.sucht.org/termine.

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